Das AMS Salzburg kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken und setzt erneut wichtige Schwerpunkte und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Rückblick und Jahresbilanz 2019

Mit 4,6 % wies Salzburg 2019 die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in Österreich auf. Auch bei der Veränderung der Arbeitslosenquote zum Vorjahr liegt Salzburg mit minus 6,8 % an zweiter Stelle im Bundesländervergleich. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg um 1,1 % auf 262.124 Beschäftigte. Insgesamt gab es 45.083 neue Jobs (davon 3.409 Lehrstellen), 44.615 Personen wurden vermittelt (davon 820 Lehrlinge), 21.850 KundInnen informiert und beraten, über 3.200 Betriebe besucht und KundInnen mit 42,3 Mio. Euro gefördert.

 

 

Arbeitsmarkt-Schwerpunkte und Aktivitäten 2020 in Salzburg

Eine Fachkräfteoffensive und Beschäftigungsinitiative für Ältere sowie Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung sind die wichtigsten Maßnahmen des AMS Salzburg im heurigen Jahr.

Wichtige Maßnahmen und Aktivitäten der Fachkräfteoffensive

In der Beratung und Vermittlung von arbeitslosen Personen will man einerseits über die Angebote und den Bedarf der Unternehmen sowie den damit verbundenen Chancen für Jobsuchende informieren. Andererseits informiert man Unternehmen mit Besetzungsschwierigkeiten über deren Möglichkeiten bei der Personalsuche und über ungenutzte Arbeitskräftepotentiale. Mit der gemeinsamen Erstellung von Inseraten mit Kompetenzen und Anforderungen erarbeitet man die genauen Anforderungsprofile mit den Firmen, angepasst an die jeweilige Arbeitsmarklage, um eine treffsichere Personalsuche zu gewährleisten.

Überregionale Vermittlung und Jobbörsen: Gemeinsam mit Tourismusbetrieben setzt man weiterhin auf zahlreiche Aktivitäten bei der überregionalen Vermittlung. Über 1.440 Personen konnten 2019 im Rahmen der überregionalen Vermittlung eingeladen und beraten werden. Gemeinsam mit Betrieben aus dem Bundesland nahm das AMS Salzburg an über 30 bundesweiten Tourismusjobbörsen teil, bei denen die Salzburger Tourismusbetriebe auf direktem Wege bei Veranstaltungen ihr Personal rekrutieren konnten. Parallel dazu veranstaltet das AMS Salzburg mit seinen regionalen Geschäftsstellen und in Zusammenarbeit mit Unternehmen auch eigene Jobbörsen für die überregionale Anwerbung von Arbeitskräften. Für den Austausch und die Netzwerkaktivitäten unter Betrieben und Institutionen setzt das AMS Salzburg – ausgehend vom AMS Bischofshofen als Vorreiter – auf das Tourismus-Symposium. Diese Veranstaltung gilt als Wegbereiter für innovative Maßnahmen und für eine kontinuierliche Verbesserung in der Zusammenarbeit im Tourismus. „Wir nutzen jede einzelne Chance und setzen gezielt Aktivitäten für unsere heimischen Tourismusbetriebe, entwickeln unsere Dienstleistungsangebote laufend weiter, sorgen für eine rasche Informationsbereitstellung und achten auf einen Dialog mit allen Partnern.”, so die Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer, AMS Salzburg.

Weiters konnte das AMS Salzburg internationale Kooperationen im europäischen Jobnetzwerk EURES eingehen. EURES steht für EURopean Employment Services und ist ein Kooperations-Netzwerk der Europäischen Kommission und der Arbeitsverwaltungen in den EU-/EWR-Staaten sowie der Schweiz. Ziel ist, die berufliche Mobilität innerhalb der EU-/EWR-Staaten zu unterstützen. Dies geschieht mittels EURES Dienstleistungen wie z.B. Information, Beratung und Vermittlung von Arbeitskräften über die Grenzen hinweg. Das AMS Salzburg hat bislang über 10 Kooperationen mit verschiedenen Ländern in der EU getroffen und an 45 Veranstaltungen im Ausland teilgenommen. 2018 erfolgte der Aufbau einer Zusammenarbeit mit Italien und Spanien. Im letzten Jahr konnte man aufgrund der internationalen EURES-Aktivitäten über 300 Beschäftigte für die Betriebe im Bundesland Salzburg gewinnen.

Die Ausbildung von arbeitslosen Personen direkt in den Betrieben stellt eines der wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen den Fachkräftemangel dar. Durch die Förderung der Lehrausbildung für Jugendliche sowie Erwachsene (18plus) und die Förderung der arbeitsplatznahen Qualifizierung (AQUA) können Personen zu Fachkräften qualifiziert werden. Ende 2019 haben sich 389 Personen in der Ausbildung „AQUA mit Lehrabschlussprüfung“ befunden und sind in das Ausbildungsjahr 2020 übergetreten. 288 Personen wurden mit der Lehrstellenförderung unterstützt (+24% gegenüber 2018).

Die Höherqualifizierung zur Abdeckung des Fachkräftebedarfs (Qualifizierungsförderung) soll gleichermaßen den Mangel an Fachkräften verhindern sowie zur individuellen Laufbahnverbesserung von bestehenden MitarbeiterInnen beitragen. Für die Qualifizierung von Männern, die höchstens eine Pflichtschule, und Frauen, die höchstens eine Lehre oder eine mittlere Schule abgeschlossen haben, bzw. von älteren Beschäftigten ab 45 Jahren bietet das AMS die „Qualifizierungsförderung für Beschäftigte“ an und übernimmt damit 50 % der Weiterbildungskosten. Auch Mithilfe des Fachkräftestipendiums werden Ausbildungen in jenen Bereichen unterstützt, in denen der Mangel an Facharbeitskräften besonders groß ist.

Die Impulsberatung zu arbeitsmarktpolitischen Fragen des AMS hilft Unternehmen bei der Bearbeitung von Themen, die sowohl die Personalentwicklung im Betrieb als auch den Arbeitsmarkt betreffen. Für diese Beratung zieht das AMS beauftragte Beratungsunternehmen heran.

Ungenutzte Arbeitskräftepotentiale sowie Förderung der Gleichberechtigung und Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung. Einerseits berät man Unternehmen zur Offenheit und Flexibilität bei der Personalsuche und der damit verbundenen Erhöhung der Erfolgschancen. Andererseits unterstützt und fördert das AMS Salzburg die Einstellung von Frauen in technischen Berufen (FiT), Männern in pädagogischen sowie Care-Berufen und die Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung. So will man mit gezielter Beratung und Förderung auf mögliche Einstellungen von Arbeitskräften hinweisen.

Mit der Veranstaltung von Jobmessen und Jobbörsen will man persönliche Gespräche von Personen und Menschen vor Ort ermöglichen. “Bei einer Jobbörse kann man gleich den Arbeitnehmer direkt kennenlernen“, so Jacqueline Beyer, AMS Landesgeschäftsführerin. Das AMS Salzburg veranstaltet für die Betriebe aus Salzburg regionale sowie überregionale Veranstaltungen, besucht mit Tourismusbetrieben auch andere Bundesländer zur Anwerbung von Personal nach Salzburg. Bei der Jobbörse für anerkannt Geflüchtete, subsidiär Schutzberechtigte und Personen mit Migrationshintergrund im Herbst 2019, trafen über dreißig Unternehmen auf rund 600 Personen und führten über 3.400 Bewerbungsgespräche.

Maßnahmen und Aktivitäten der Beschäftigungsinitiative für Ältere

Das AMS ist ein Fürsprecher der Generation 50+ und setzt sich aktiv für die Vermittlung von älteren ArbeitnehmerInnen ein. Und das nicht ohne Grund: Ältere ArbeitnehmerInnen sind eine Bereicherung für jüngere KollegInnen. Durch ihre langjährige Berufserfahrung sorgen sie für die notwendige Ruhe und Gelassenheit in kritischen Situationen. Dazu verfügen ältere ArbeitnehmerInnen über stark ausgeprägte soziale und mentale Fähigkeiten. Dadurch übernehmen sie oft eine Leuchtturm-Funktion für jüngere ArbeitnehmerInnen. “Bei zahlreichen Betriebsbesuchen teilen UnternehmerInnen diese positiven Erfahrungen mit mir“, so Jacqueline Beyer, AMS Landesgeschäftsführerin in Salzburg. Das AMS unterstützt ältere ArbeitnehmerInnen auf ihrer Jobsuche. So haben wir die Beschäftigungsinitiative 50+ eingeführt, welche die Einstellung arbeitssuchender Personen über 50 Jahre in Unternehmen fördert (Eingliederungsbeihilfe). Hier werden die Betriebe mit 2/3 der Bemessungsgrundlage für über 50-jährige Personen mit individueller Laufzeit unterstützt. 1.909 Personen konnten 2019 mittels Eingliederungsbeihilfe wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden.

Die Förderung der Probearbeit direkt im Unternehmen ist auch ein wichtiges Instrument um Vorurteilen entgegen zu wirken. Hier können sich die Unternehmen von den Qualifikationen der Personen direkt in der Praxis überzeugen. Dabei steckt in den erfahrenen MitarbeiterInnen oftmals wertvolles Potential, das erst entdeckt und gefördert werden muss. Wer auf Arbeitskräfte 50+ setzt, wirkt dem Fachkräftebedarf entschieden entgegen.

Maßnahmen und Aktivitäten der Beschäftigungsinitiative für Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung

 „Ein besonderes Anliegen sind dem AMS Salzburg Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung. Mit dem gezielten Einsatz der Information, Beratung und Förderung wollen wir diese Menschen und die Einstellung in Unternehmen unterstützen und fördern. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Sozialministeriumservice bündeln wir die Kräfte bei unseren Aktivitäten.“, so Jacqueline Beyer, AMS Landesgeschäftsführerin in Salzburg.

Zahlreiche Unternehmen aus Salzburg arbeiten intensiv mit dem Sozialministeriumservice und dem AMS Salzburg bei allen Fragen rund um Arbeit mit Behinderung zusammen. Hier steht die gute Information und Beratung im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Wichtig ist, dass die jeweiligen Anlaufstellen und Beratungsmöglichkeiten klar kommuniziert und genutzt werden.

Bei der Personalsuche werden folgende Themen immer wichtiger: Die richtige Ansprache von möglichen BewerberInnen und nicht ausgeschöpftes Arbeitskräftepotential, Eingliederung sowie Abläufe und Integration von MitarbeiterInnen, Vielfalt in Unternehmen (Diversity), abwechslungsreiches Arbeitsumfeld, Betriebsklima, Sozialleistungen sowie mögliche ungenützte Unterstützungsmöglichkeiten und Förderungen. Viele Unternehmen haben bereits die Chancen bei Arbeit mit Beeinträchtigungen oder Behinderung erkannt. Es gibt zahlreiche Vorteile bei der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung: Sie bringen spezifisches Wissen, andere Sichtweisen, ausgeprägte Talente und einen frischen Wind in Unternehmen. Hohe Loyalität und auch Motivation zeichnen diese MitarbeiterInnen aus. Bestätigt wird auch, dass Vielfalt im Unternehmen die soziale Kompetenz im Betrieb erhöht und so eine bessere Zusammenarbeit Ihrer bestehenden MitarbeiterInnen und höhere Effizienz fördert. Darüber hinaus profitieren Unternehmen auch von der positiven Wahrnehmung – Employer Branding – in der Öffentlichkeit, die sie für neue MitarbeiterInnen attraktiv macht.

Zur Förderung der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen/Behinderungen können Unternehmen vom AMS Salzburg einen Zuschuss zu den Lohnkosten erhalten (Eingliederungsbeihilfe). Die Förderungshöhe und die Förderungsdauer werden im Einzelfall je nach arbeitsmarktpolitischen Erfordernissen gewährt. Zur Förderung der Lehrausbildung von Menschen mit Behinderung können Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen einen pauschalierten Zuschuss zu den Kosten der Lehrausbildung bzw. der Lehrausbildung mit verlängerter Lehrzeit erhalten. Kostenfreie Beratungsangebot wie fit2work für Arbeit und Gesundheit stehen Arbeitskräften und Unternehmen zur Verfügung. Darüber hinaus fördert das Sozialministeriumservice bei Beschäftigung begünstigter Behinderter Unternehmen (Inklusionsförderung) mit einer Beihilfe zu den Bruttogehaltskosten, einen Entgeltzuschuss zum Ausgleich von behinderungsbedingten Leistungseinschränkungen sowie zum Beispiel das Unterstützungsangebote des Netzwerkes „Berufliche Assistenzen“ (NEBA).